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Dual studieren im Betrieb

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20.09.2018 Voll im Trend: Dual studieren im Betrieb Alles auf eine Karte - Ausbildung plus Studium

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Voll im Trend: Dual studieren im Betrieb

Alles auf eine Karte - Ausbildung plus Studium

An der Hochschule studieren und gleichzeitig praktische Arbeit im Betrieb erlernen: Das duale Studium ist voll im Trend. Wir erklären, was dual Studierende erwartet, und geben Tipps, an wen sie sich bei Problemen wenden können.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Eine Hochschulzugangsberechtigung ist Voraussetzung, um ein duales Studium beginnen zu können. Vor Studienbeginn schließen Interessierte üblicherweise einen Arbeitsvertrag mit einem Betrieb ab, der in Kooperation mit einer Hochschule einen dualen Studienplatz anbietet. Nach dem Abschluss des Vertrags bewerben sie sich an der Hochschule auf den entsprechenden Studiengang. Bewerber sollten auf reichlich Vorlaufzeit achten.

Wie läuft ein duales Studium grundsätzlich ab?

Duale Studiengänge sind beliebt, weil sie Theorie und Praxis an den Lernorten Hochschule und Betrieb verbinden. Es gibt mehrere mögliche Varianten beim Ablauf - unterschieden werden zumeist Block- und Parallel-Modell. Bei der Blockvariante sind Studium und Praxis jeweils in längere Zeitabschnitte unterteilt. So verbringen dual Studierende beispielsweise drei Monate an Universität, Hochschule oder Berufsakademie. Anschließend sind sie drei Monate im Betrieb. Beim Parallelmodell, auch Wochenmodell genannt, verbringen dual Studierende dagegen einige Tage im Betrieb und einige an der Hochschule sowie gegebenenfalls an der Berufsschule.

Sind die Modelle beliebt?

Ja. Die Zahl der dualen Studiengänge von rund 500 im Jahr 2004 hat sich daher bis heute mehr als verdreifacht. Die Zahl der dual Studierenden ist bundesweit auf über 100.000 angewachsen.

Welche dualen Modelle werden am häufigsten angeboten?

Beim ausbildungsintegrierenden Studium ist das Studium mit einer Ausbildung kombiniert. Am Ende winken zwei Abschlüsse: der Bachelor an der Hochschule und ein staatlich anerkannter Berufsabschluss mit Prüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) am Ende. Beim praxisintegrierenden Studium erweitern dual Studierende die theoretische Ausbildung an der Hochschule durch Praxisphasen im Betrieb, die als Studienleistungen angerechnet werden. Am Ende wartet ein Hochschulabschluss.

Sind dual Studierende also Auszubildende, Studenten oder beides?

Eine allgemeingültige rechtliche Einordnung gibt es bislang nicht. Jedenfalls gelten dual Studierende in ausbildungsintegrierenden Studiengängen aus arbeitsrechtlicher Sicht bis zum Abschluss ihrer dualen Berufsausbildung als Auszubildende. Teilnehmer eines praxisintegrierenden Studiengangs sind Beschäftigte im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes.

Wie lange dauert ein duales Studium in der Regel?

Ein duales Studium dauert in der Regel drei bis vier Jahre bis zum Bachelor-Abschluss. Im ausbildungsintegrierten Modell ist nach zwei bis drei Jahren die Ausbildung meist abgeschlossen. Es gibt aber auch fünfjährige Modelle, bei denen das Studium gestreckt wird.

Auf was sollte man beim Arbeitsvertrag achten?

Im Arbeitsvertrag sollte festgelegt sein, was dual Studierende und Arbeitgeber beachten müssen - zum Beispiel, wann das duale Studium beginnt und wann es voraussichtlich endet, wie viel Arbeitszeit abzuleisten ist, wie hoch die Vergütung ist, wie viel Urlaub es gibt und ob der Betrieb die Verwaltungsgebühren für die Hochschule übernimmt. Beachten sollten die dual Studierenden darüber hinaus sogenannte Rückzahlungsklauseln, die Arbeitgeber häufig in den Arbeitsvertrag schreiben. Damit soll geregelt werden, unter welchen Bedingungen die übernommenen Kosten zurückzuzahlen sind. Solche Klauseln stellen sich allerdings des Öfteren als unwirksam heraus.

Ist die Vergütung für dual Studierende einheitlich geregelt?

Nein, es herrscht ein Wildwuchs. Die Bedingungen und Vergütungen für dual Studierende sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Da sie keine Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz sind, fallen dual Studierende nicht unter den Geltungsbereich bestehender Tarifverträge. Eine Ausnahme bilden diejenigen mit Ausbildungsvertrag bis zur bestandenen IHK- oder HWK-Prüfung. In gut organisierten Betrieben haben die dual Studierenden gemeinsam mit ihren Betriebsräten häufig durchgesetzt, dass sich ihr Verdienst im Verhältnis zu dem der Auszubildenden entwickelt.

Was tut die IG Metall gegen den Wildwuchs?

Um alle dual Studierenden mit den Auszubildenden gleichzustellen, strebt die IG Metall speziell für sie Tarifverträge an - in einzelnen Branchen und Unternehmen wie bei Thyssen-Krupp Stahl oder beim Autozulieferer Continental ist das auch schon gelungen. Nur in Betrieben, in denen dual Studierende mit der IG Metall Tarifverträge durchsetzen, gibt es auch gesicherte Bedingungen.

Wer ist Ansprechpartner für dual Studierende?

Unterstützung, auch bei persönlichen Problemen, erhalten dual Studierende vom Betriebsrat beziehungsweise von der Jugend- und Auszubildendenvertretung im Betrieb. An den Hochschulen gibt es ebenfalls Interessenvertretungsstrukturen. Sie helfen bei Fragen rund um Hochschule und studentisches Leben weiter. Auch die IG Metall ist an vielen Hochschulen durch die gewerkschaftlichen Hochschulinformationsbüros vertreten. Das zentrale Hochschulinformationsbüro der IG Metall bietet Studierenden darüber hinaus zahlreiche Materialien sowie nützliche Tipps rund um das duale Studium. Mehr unter: hochschulinformationsbuero.de

Wie kann sich die Situation dual Studierender verbessern?

Die IG Metall macht sich dafür stark, dass alle dual Studierenden künftig im Berufsbildungsgesetz berücksichtigt werden. Bislang sind dual Studierende während ihrer Praxisphasen im Betrieb von vielen Schutzbestimmungen ausgeschlossen.

Letzte Änderung: 19.09.2018


Adresse:

IG Metall Augsburg | Am Katzenstadel 34 | D-86152 Augsburg
Telefon: +49 (821) 72089-0 | Telefax: +49 (821) 72089-50 | | Web: www.igmetall-augsburg.de

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